Mysterium Südtirol - Legenden gibt es genug in Schenna und Umgebung

So einige mystische Stätten sind in der Umgebung des Hotel Tyrol in Schenna zu finden. Von mysteriösen Fruchtbarkeits-Rutschen, Kirchen, die für legendäre Könige erbaut wurden und Männchen aus Stein, die seit jeher kein Windhauch umstoßen konnte, bis hin zu Opfersteinen wird erzählt. Sagenhaftes Südtirol!

Castelfeder, eine mystische Stätte in Südtirol.

Auf den Hügeln von Castelfeder

Castelfeder wird auch schwärmerisch das "Arkadien Tirols" genannt. Tatsächlich erinnert die Landschaft mit ihrer kargen Vegetation an Griechenland. Zwischen krummen Flaumeichen und macchiaähnlichem Gebüsch breitet sich ein urzeitlicher Zauber aus: Die Mauerreste waren früher stolze Ringwäle und Wehrbauten. Forscher haben auf dem Hügel sogar geheimnisvolle Wohngruben entdeckt. Und der Erzählung nach war die Felsplatte eine Rutschbahn, über die Mädchen mit bloßem Hintern hinunterrutschten. Die angeblich heidnische Angelegenheit wurde durch ein Kreuz verchristlicht.

Ausgangspunkt:
Erholungszentrum Schwarzenbach. Man folgt dem Weg, der rechts neben der Turnhalle weiterführt bis zur Fleimstalerstraße, die man 200 m aufwärts bis zum Parkplatz am Bergfuß (rechts) weitergeht. Hier beginnt der Anstieg auf Pfad Nr. 5A, an einer Rastbank vorbei und nach 10 Minuten ist die erste Anhöhe mit schöner Rundschau erreicht. Der Pfad 5B beginnt 50 Schritte straßaufwärts an der großen Kehre, führt am Rand einer sumpfigen Wiese aufwärts, wendet dann nach rechts und vereinigt sich oben mit Pfad Nr. 5A. Der von nun an mit Nr. 5 markierte Pfad führt über Grasböden und Felspartien auf die Hügelkuppe (405m) mit Ruinen aus verschiedenen Epochen. Vom Südostfuße des Hügels, nach dem Ferienheim, führt ein weiß-blau markierter Weg in 20 Minuten zur Straße nach Montan und von dort aus ist auch Pinzon erreichbar. Von Pinzon nach Montan und auf Weg Nr. 4 zurück nach.

Ausflugsziel Roarer Windspiel am Ritten in Südtirol.

Das Roarer Windspiel am Ritten

Der Ritten ist ein interessanter Ort für alle, die es gerne ein wenig geheimnisvoll haben. Denn lang sind noch nicht alle Geheimnisse geklärt, welche sich im Schoß einer einmaligen Geschichte verbergen. Aufgrund seiner geografischen Lage war der Ritten auch in prähistorischer Zeit ein idealer Ort, um sich niederzulassen. Hier war man auf einem Berg und überschaute die Talsohlen, die, von den Flüssen immer bedroht und von Sümpfen überzogen, auch wenig Schutz von menschlichen und tierischen Räubern bot. In den Dreisiger Jahren sorgte ein Fund in Wolfsgruben für besonderes Aufsehen: Dr. Ravanelli aus Bozen und Dr. Kienle entdeckten am Roarer Windspiel am Wolfsgrubener See einen Opferstein. Sie waren überzeugt, dass auf diesem sogar Kinder geopfert worden sind. Die Steine sollen von den Illyrern aufgerichtet worden sein und über diese Steine haben sie ihren Göttern gehuldigt. Die Altäre dienten als Opferstätten, auf denen Tiere und sogar die eigenen Kinder den überirdischen Mächten dargebracht worden sind. Über eine Rinne haben die Menschen das Blut in den Schädeln der Opfers gesammelt, um es nach altem Brauch zu trinken. Je größer ihr Anliegen gewesen ist, desto größer musste das Opfer sein, welches man darbrachte.

Heute erinnert ein aufrechter Steinkoloss an das Spektakel, das wir heute für grausam und barbarisch verurteilen mögen, weil wir nicht die Hintergründe und die Kultur kennen, die hinter diesen Riten standen. Das von Menschenhand geschaffene Bauwerk wurde auch wieder durch Menschen zerstört: denn neue Völker kamen, um die Gegend zu besiedeln und als sie die Besiedlungen beschlagnahmten, wurden auch die Altäre der Vorgänger zerstört. Nicht zerstört wurden aber die Wallburgen, welche um 2000 vor Christus entstanden sind. Die Bewohner dieser waren Räter, genauer gesagt Isarcen, wie die im Eisacktal unter wohnenden illyrischen Räter genannt worden sind. Sie alle sprachen eine rätische Sprache. Aus der Bronzezeit (im Alpenraum zwischen 2800-1000 v. Chr.) kamen verschiedene Bodenfunde zu Tage.

Die Wallburg vom Oartlkopf im Bereich des Wolfsgrubener See' s vermittelt ein umfangreiches Bild einer solchen prähistorischen Wohn- und Wehranlage: Gegen Osten gaben die steil abfallenden Steilwände Sicherheit gegen Räuber, sei es Mensch oder Tier. An den anderen drei Seiten aber wurden lange Stein- und Erdwälle gebaut, um Sicherheit zu haben. Der umliegende Wald gab genügend Nahrung für Tier und Mensch, der seichte Weiher (Mitterstieler See) war ein idealer Vorratsschrank für den täglichen Bedarf an Frischfisch, außerdem ergab sich hier die Möglichkeit zu baden. Auch an verschiedenen anderen Kuppen und Anhöhen des Hochplateaus finden wir die Spuren vorzeitlicher Wohnsiedlungen, die aber wohl meist nur einer Großfamilie als Zufluchtsort dienten. Solche "Wallburgen", die im Volksmund als solche bezeichnet werden, findet man beispielsweise auch auf dem Fennberg zwischen Klobenstein und Lengmoos, auf dem Astner Bühel südlich von Klobenstein, auf dem Geigerbühel und dem Zwingensteiner Burghügel bei Unterinn, auf dem Wallnereck bei Lichtenstern, beim Roarer Windspiel in Wolfsgruben, auf der Treidner Weide bei Oberinn oder beim St. Johanniskofel unterhalb von Wangen. Josef Rampold fasste den Reichtum an prähistorischen Stätten passend zusammen: "Keine andere Gegend des Eisacktales ist so dicht mit Urzeitsiedlungen übersät, wie der Süd- und Ostabhang des Ritten." Und es sind auch einige sensationelle Funde darunter gewesen, die meisten davon sind in Bozen im Stadtmuseum ausgestellt.

Ein besonderes Fundstück wurde beim Penzlhof unterhalb von Lengstein, nahe des St. Verena Kirchleins gefunden. Der Penzlbauer hatte das "Ding" seit jeher als Dengelstein verwendet. Wie sich herausstellte war das Werkzeug ein seltenes Exemplar eines 4000 Jahre alten Figurenmenhirs, eine gravierte Steinsäule, deren Bildschriftzeichen mehr Rätsel schaffen als zu lösen und sogar einen weitgespannten Vergleich zu Funden in Neuguinea hergestellt haben. Der Ort dieses Fundes ist nicht weiter verwunderlich, denn der Hügel, wo heute ein christlicher Bau steht, war seit jeher ein Ort der religiösen Verehrung. So wie an verschiedenen Orten, an denen vereinzelte Sakralbauten stehen. Es war nicht einfach, die Launen der Natur zu begreifen oder gar vorherzusehen. So hat man sich mit Gottheiten beholfen, welche für das Unerklärliche verantwortlich waren, so wie bei allen Völkern auf dieser Erde. Neue Besatzer bedeuten neue Sitten. Und nicht selten sind mit neuen Sitten auch neue Götter verbunden. Denen werden neue Heiligtümer errichtet. Und meist werden die neuen Heiligtümer bei den alten errichtet und so bleiben die Kultstätten über einen Menge Kulturen hinweg die gleichen, um die Rituale der Vorgänger in Vergessenheit geraten zu lassen, um die eigene Macht zu präsentieren und um die alten Orte mit dem "richtigen" Glauber rein zu waschen.

Das Roarer Windspiel an der Nordseite des Wolfsgrubener Sees, hat einige Parallelen zum Oartlkopf am Mitterstieler See aufzuweisen: die beiden Orte liegen nur etwa 1 km Luftlinie voneinander entfernt, beide Orte liegen auf dem gleichen Höhenniveau, für beide Orte kann ein turmförmiges Gebäude angenommen werden und es ist wahrscheinlich, dass an beiden Orten der Wasserkult praktiziert worden ist. Trotzdem gibt es grundlegende Unterschiede zwischen den beiden Orten: der Oartlkopf am Mitterstielersee war eine Opferstätte, der Menhir am Schilfrohrweiher hingegen war ein Ort, wo die Toten ihre letzte Ruhestätte gefunden haben.

Es waren Legenden, die von einem gestürzten Altar an dieser Stelle erzählt haben, wahrscheinlich ist man aus diesem Grund vor einigen Jahren einem prähistorischen Irrtum unterlegen, als man die Steinplatte auf den Menhir gelegt hat, obwohl es im Rahmen der mitteleuropäischen Megalithkulturen kein weiteres Beispiel dieser Art gibt. Der Komplex bestehend aus dem Roarer Windspiel, dem Himmelsteich und dem Menhir ist eine der sagenreichsten Landschaften in unserer Heimat.

Mystische Stätten in Südtirol - Stoanernen Mandln.

Die Stoanernen Mandln

Von christlichem Glauben keine Spur gibt es hoch oben auf 2.000 Meter bei den "Steinernen Mandln" in den Sarntaler Alpen in Südtirol. Die ersten der über 150 Steinpyramiden sollen schon die Kelten am Gipfel aufgetürmt haben.

Es wird gemunkelt, die Hexen trafen sich dort um schlechtes Wetter herbeizuwünschen, Kinder zu kochen und mit dem Teufel zu tanzen. Die berühmteste Hexe war die "Pachlerzottl", die letzte Hexe, die 1540 im Sarntal verbrannt wurde. Uralte Ritz- Zeichen in den Steinen deuten darauf hin, dass es vor Jahrtausenden ein keltischer Kultplatz war. Unzählige solcher "Steinerner Mandln" sind am Gipfel des geheimnisvollen Sarner Berges zu sehen. Waren es Wegweiser, Spielvertreib für Hirten oder sogar "Phallus-Symbole" für einen Fruchtbarkeitsritus der jungen Sarner Burschen? Bis heute gibt es keine gültige Erklärung.

St. Oswald auf dem Ifinger, Mystische Stätten Südtirols

St. Oswald auf dem Ifinger

Vom heiligen Oswald erzählt die Legende, dass er als erster christlicher König im Südtiroler Etschland regierte, aber von den Heiden in einer großen Schlacht besiegt und seines Thrones beraubt wurde. Oswald flüchtete auf den Ifinger und lebte dort viele Jahre einsam, nur von einem Raben begleitet, bis er eines gottseligen Todes starb. Besonderes Vertrauen genießt der Heilige bei der Landbevölkerung als Wetterpatron; alljährlich am 5. August ziehen die Bauern von Schenna und Hafling in feierlicher Prozession zur St.-Oswald-Kapelle am lfinger, um gutes Wetter für ihre Saaten zu erbitten.

An Stelle der heutigen St.-Oswald-Kapelle in der Nähe des Jungbrunnens am lfinger fanden Hirten inmitten blühender Alpenrosen ein Bildnis des heiligen Oswald. Die Buben trugen das Standbild hinunter nach Schenna, wo es in der Kirche zur Verehrung aufgestellt wurde. Doch in der nächsten Nacht schwebte der heilige Oswald lichtstrahlend aus der geschlossenen Kirche und auf den Ifinger hinauf, wo man es am nächsten Tage, wiederum in Alpenrosen eingebettet, fand. Sooft man das Abbild später nach Schenna brachte, jedesmal kehrte es wieder auf wunderbare Weise an ihren Fundort zurück, ein Zeichen, dass St. Oswald lieber auf freier Bergeshöhe als drunten im Tal wohnen wollte. Daher erbaute man dem Heiligen die Kapelle am Jungbrunnen. Alpenrosen, seine Lieblingsblumen, werden in der Meraner Gegend noch heute auch Oswaldstauden genannt.