Burgen & Schlösser in Südtirol

Die Brunnenburg ist eine hochmittelalterliche Hangburg zwischen Meran und Dorf Tirol. Die Burg aus dem 13. Jahrhundert wurde vermutlich um 1250 erbaut. Um 1900 wurde die Burgruine von einem deutschen Industriellen in einem bizarren Stil wiederaufgebaut. Nach dem zweiten Weltkrieg erwarb sie Mary und Boris de Rachewiltz. Mary de Rachewiltz ist die Tochter des amerikanischen Dichters Ezra Pound (1885-1972) und der Violistin Olga Rudge. Pound verweilte im Jahr 1958 auf der Brunnenburg und schrieb dort die letzten 6 von seiner 116 “Cantos” für sein Hauptwerk, The Cantos, bevor er nach Amerika zurückkehrte. Die historisch nicht angemessene Form erinnert an die Königsschlösser von Ludwig II. in Bayern und an den rheinischen Burgenstil und wird dem Charakter der ursprünglichen Wehranlage nicht gerecht.

Heute ist die Burg nicht nur Familiensitz der Familie de Rachewiltz, sondern beherbergt auch „Das Ezra Pound Literaturzentrum“ (The Ezra Pound Centre for Literature). Es wird von Studenten aus aller Welt besucht, um die Arbeiten des Dichters zu studieren. Die Brunnenburg beherbergt zudem ein Bergbauernmuseum - ein Museum über bäuerliche Kultur in Südtirol.

Über Schluderns erhebt sich eine der mächtigsten und besterhaltenen Burganlagen Südtirols, die Churburg.
Dieser wehrhafte Bau wurde 1253 von den Bischöfen von Chur errichtet, ging bald an die Vögte von Matsch über und ist seit 1504 in Besitz der Grafen Trapp. Dem heutigen Besucher zeigt sich ein residenzhaftes Renaissanceschloss mit Arkadenhof, romanischer Schlosskapelle und anderen Räumlichkeiten mit kostbarem Mobiliar und Kunstgegenständen aus verschiedenen Epochen. Die weltberühmte Rüstkammer enthält maßgeschneiderte, künstlerisch wertvoll gestaltete Rüstungen der damaligen Schlossbesitzer und ist die größte private Waffensammlung dieser Art. 
 

Südtiroler Ritterspiele auf der Churburg
Zurück in die Zeit der Ritter und Burgfräuleins – ein Erlebnis im Vinschgau

Jedes Jahr Ende August erleben Erwachsene und Kinder bei der Churburg (im Bild) in Schluderns etwas ganz Besonderes und Großes. Die Ritter, ihre Knappen und auch die Burgfräulein erwachen zum Leben und zeigen hautnah, wie sie ihre Zeit verbringen. Feuerstellen, Riesenbottiche im Freien als Badewannen, Wahrsagerinnen und andere magische Menschen, Handwerker, Ritter, die man auch anfassen darf und beeindruckende Darbietungen wie Turniere, Schlachten, Nachtspectaculum und ein Feuerwerk sind nur einige der überwältigenden Ereignisse, die jeden in seinen Bann ziehen.
Kinder finden auch ein Ponykarusell, einen Ministreichelzoo und einen historischen Kinderpark. 

Der mittelalterliche Markt hat viele interessante Dinge zu bieten, die man auch kaufen darf. Das Lager der Rittersleut bietet ebenfalls einen aufregenden Einblick in das Leben der Menschen in der damaligen Zeit.

Landesfürstliche Burg bei Meran, Urlaub in Südtirol

Landesfürstliche Burg

1470 ließ Erzherzog Sigmund von Österreich das kleine, zentral gelegene Schloss hinter dem Rathaus erbauen, bestehend aus Burghof, dem Wehrgang und zwei Stockwerken mit vielen kleinen und gemütlichen Zimmern, deren Fenster mit idyllischen Butzenscheiben versehen sind. Mit ihren Kammern, Stuben und Jungfernzimmern gibt die Burg heute einen erstklassigen Einblick in spätmittelalterliche Lebensgewohnheiten. Kachelöfen und Fresken, Musikinstrumente und Waffen machen längst vergangenen Zeiten wieder lebendig. Die Einrichtung stammt aus der Zeit der Gotik und der Renaissance. Zudem findet man im Schloss eine kleine Kapelle mit einem interessanten Fresko aus dem 16. Jahrhundert. Auch die Ausstellung von historischen Waffen und eine Sammlung von antiken Musikinstrumenten machen die Burg zu einem begehrten Anziehungspunkt. 

Die Landesfürstliche Burg ist heute im Besitz der Stadtgemeinde Meran. Sie wird auch gerne für standesamtliche Trauungen genutzt.

Das Schloss Juval ist eine mittelalterliche Burg mit romanischem Kern am Eingang des Schnalstales (Vinschgau/Südtirol) oberhalb von Naturns im Gemeindegebiet von Kastelbell-Tschars etwa 1.000 m über Meereshöhe. Der Name Juval leitet sich ab vom lat. "Mons Jovis" (Berg Jupiters), einer Bezeichnung, die für kuppige, kopfähnliche Bergformationen an wichtigen Wegverbindungen als Sakralbezeichnung in Gebrauch war. Erbaut wurde das Schloss wahrscheinlich um 1250; als Besitz von Hugo von Montalban wird es 1278 erstmals erwähnt. 1368 zählt es zum Besitz der Herren von Starkenberg und 1540, nach häufigerem Besitzwechsel, wird es von der Familie Sinkmoser erworben. Das Schloss fällt später dem Geschlecht der Hendl zu, die es 1813 an den Bauern Josef Blaas verkaufen. Die Burg verfällt in der Folgezeit.

1913 kaufte der Holländer William Rowland die Anlage und sanierte sie. 1983 wurde sie vom Südtiroler Extrembergsteiger Reinhold Messner für damals umgerechnet 30.000 € erworben und restauriert. Das Schloss dient nicht nur als Wohnsitz des Bergsteigers, sondern beherbergt auch dessen Tibetika-Sammlung und weitere Sammelstücke. Schloss und Sammlung, die jetzt das Messner Mountain Museum Juval bilden, können besichtigt werden.

Schloss Lebenberg wurde im 13. Jahrhundert von den Herren von Marling erbaut und gilt als einer der schönsten Ansitze im Burggrafenamt. Zur ausgedehnten Burganlage zählen: eine dreigeschossige Kapelle, malerische Innenhöfe, französischer Ziergarten, Spiegelsaal im Rokokostil, Rittersaal, sowie vollständig eingerichteten Räumlichkeiten, Bauernzimmer mit gotischen Bauernmöbeln und Waffensaal. 

Weitere Informationen: Fam. van Rossem, Tscherms, Tel. +39 0473 561425

Schloss Runkelstein ist eine mittelalterliche Burg in Südtirol, die wegen ihres umfangreichen profanen Freskenzyklus bekannt ist.
Das Schloss liegt unweit von Bozen auf einem fast allseits geschützten Felsen hoch über dem Fluss Talfer, am Eingang zum Sarntal auf Rittner Gemeindegebiet. Die Anlage besteht aus der eigentlichen Burganlage und einer weitläufigen Vorburg. Anders als viele Burganlagen Südtirols, die in der Neuzeit stark umgebaut wurden, hat Runkelstein seinen mittelalterlichen Charakter bewahrt.

Die Anlage wurde mit einiger Sicherheit 1237 durch die Brüder Friedrich und Beral von Wangen (vgl. Burg Wangen-Bellermont) neu erbaut. Schon 1274 wurde sie bei einer Belagerung durch Meinhard II., Graf von Tirol, stark beschädigt und verfiel. Bereits im 14. Jahrhundert wurde sie wieder instand gesetzt. 1385 erwarben die Brüder Franz und Niklaus Vintler die Burg und begannen 1388 mit dem Umbau und der Ausmalung. 1390 wurde die Burgkapelle eingeweiht. 1520 wurde das „Gewölbe an der Porten“ durch eine Pulverexplosion zerstört, die Ringmauer aber bereits 1531 wiederhergestellt. 1574 wurde die Burg unter den Herren von Liechtenstein erneut umgebaut, die auch im Mezzaningeschoss ihre Wappen hinterließen. 1672 zerstörte ein Brand den Ostpalas. Im 18. Jahrhundert kam die Burg wieder an die Mensa der Trientner Fürstbischöfe.
1833 besuchte König Ludwig I. von Bayern die Burg und trug sich als erste Person in das noch erhaltene Gästebuch ein. Ein Teil des Sommerhauses stürzte 1868 durch einen Felssturz in die Tiefe der Schlucht. Um 1880 schließlich wurde die Anlage von Erzherzog Johann Salvator gekauft und Kaiser Franz Joseph von Habsburg geschenkt. In der Folge wurde die Burg durch den Wiener Dombaumeister Friedrich von Schmidt von 1884 bis 1888 wiederhergestellt und 1893 an die Gemeinde Bozen verschenkt, die sie noch heute besitzt.

Im Inneren der Burg hat sich von der originalen Einrichtung sehr wenig erhalten. Allerdings weist die Anlage einen sehr schönen Burghof auf und ist zudem wegen des größten profanen Freskenzyklus des Mittelalters, der von 1388 bis ca. 1410 entstanden ist, einen Besuch wert. Berühmt sind die Terraverdemalereien von Tristan und Isolde im Sommerhaus (um 1410). Die große Bedeutung der Runkelsteiner Fresken liegt auch darin, dass sie eine einzigartige Quelle für die Bekleidungsgeschichte des späten Mittelalters, insbesondere des 14. Jahrhunderts darstellen. Es ist möglich verschiedene Einflüsse aus unterschiedlichen Gegenden auf die dargestellte Gewandung abzulesen.

 

Der mächtige Bau vom Schloss Schenna ist mit einem teilweise noch sichtbaren Burggraben umgeben. Über eine Brücke gelangt man zum Eingangstor des Schloss Schenna und vorbei am Burgverlies in den Innenhof. Dort führt ein offenes Treppenhaus in die Burggemächer.

Das Schloss Schenna kann bis auf den Flügel mit den Privaträumen der gräflichen Familie besichtigt werden. Die Säle und herrschaftlichen Räume beherbergen eine Gemälde- und Portraitgalerie, eine Waffensammlung und zahlreiche kunsthistorische Objekte zur Tiroler Geschichte.

Das Schloss Tirol bei Meran ist die Stammburg der Grafen von Tirol und die Wiege des Landes.
Der Burghügel ist seit der Urgeschichte besiedelt. Auch zahlreiche Funde und ein Gräberfeld aus dem Frühmittelalter wurden gefunden. Die Archäologen legten auch eine frühchristliche Kirche mit drei Apsiden frei.

Die erste Burganlage wurde vor 1100 erbaut. Auf 1139/40 wird die zweite Bauphase datiert, zu der auch der Bergfried gehört. Eine dritte große Bauphase fällt in die zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts unter Graf Meinhard II. von Tirol. Die Burg blieb bis 1420 Residenz der Tiroler Landesfürsten, bis Herzog Friedrich mit der leeren Tasche die Residenz nach Innsbruck verlegte. In der Neuzeit verfielen Teile der Burg oder stürzten in den sogenannten „Köstengraben“. Sie wurde sogar auf Abbruch verkauft, um als Steinbruch genutzt zu werden. Im 19. Jahrhundert wurde die Burg wiederhergestellt und 1904 der Bergfried wieder aufgebaut. Kunsthistorisch besonders interessant sind die Fresken der Burgkapelle und die herrlichen romanischen Portale mit üppigen plastischen Figuren in Marmor, die zum Teil Fabelwesen, religiöse Motive und geometrische Ornamente zeigen.

Heute ist Schloss Tirol Sitz des Südtiroler Landesmuseums für Kultur- und Landesgeschichte.

Schloss Trauttmansdorff in Meran, Botanische Gärten

Schloss Trauttmans- dorff

Das Schloss Trauttmansdorff befindet sich am östlichen Rand der Stadt Meran in Südtirol und beheimatet das Touriseum. Es liegt mitten im Botanischen Garten von Meran, der im Jahr 2001 eröffnet wurde. Bekannt geworden ist das Schloss unter anderem durch den Kuraufenthalt der österreichischen Kaiserin Elisabeth („Sissi“).

1300 entstand auf dem Gelände des heutigen Schlosses eine kleine Burg, die Neuberg hieß. Die Adelsfamilie Trauttmansdorff kaufte die Burg im Jahr 1543. Der Sohn des Käufers, Franz, ließ die Burg in großem Stil erweitern. Nachdem diese Linie des Trauttmansdorffer Geschlechts ausgestorben war, verfiel die Burg zusehends. Im Jahr 1777 stürzte sogar ein Turm ein, der die Burgkapelle zerstörte. Im Jahr 1846 zog Joseph von Trauttmansdorff, Graf der Steiermark, ins Meraner Land und kaufte die bereits zerfallene Burg auf, die 150 Jahre zuvor von seinen Verwandten verlassen worden war. Auch Joseph von Trautmansdorff erweiterte die Burg, viele neogotische Elemente wurden eingeführt. Die seitdem „Schloss Trauttmansdorff“ genannte Burg wurde zum Vorbild für viele neogotische Schlösser in Südtirol. Reichsritter Moritz von Leon, vermutlich ein unehelicher Sohn Josephs, erbte das Schloss.

1870 erwählte Kaiserin Elisabeth von Österreich das Schloss für ihren Kuraufenthalt in Meran. Während ihres Aufenthaltes belegte sie zusammen mit ihren beiden Töchtern Gisela und Marie Valerie die oberste Etage des Schlosses. Schon wenige Wochen nach ihrer Ankunft berichteten österreichische Zeitungen von der Genesung Marie Valeries, was Meran als Kurstadt berühmt machte. 1889 besuchte sie das Schloss erneut.
Moritz von Leon, der Gastgeber der Kaiserin, musste schließlich nach und nach all seine Besitztümer verkaufen, darunter auch Schloss Trauttmansdorff. Der Käufer war Friedrich von Deuster aus Kitzingen. Er stockte das Schloss auf, legte Obstwiesen und Gärten an und verlieh dem Schloss einen neuen Glanz. Doch die Blüte des Schlosses wurde durch den Beginn des Ersten Weltkriegs beendet, weil Südtirol direkt an der Frontlinie lag.
Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Besitzer vom faschistischen Regime enteignet, das Schloss fiel an die Opera Nazionale per i Combattenti, einen Hilfsfonds für italienische Soldaten und hieß seitdem „Castel di Nova“. Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Schloss von der Wehrmacht genutzt.

Nach Ende des Krieges stand das Schloss leer und die Opera Nazionale per i Combattenti suchte einen Käufer dafür. Als diese im Jahr 1977 aufgelöst wurde und das Schloss noch immer nicht veräußert war, fiel es an die Südtiroler Landesverwaltung, die 1990 endlich eine Verwendung dafür fand: Im Inneren wurde das Touriseum eröffnet und rundherum fand der Botanische Garten Merans seinen Platz. Auf dem zwölf Hektar großen Areal wurden vier Zonen geschaffen, die fließend ineinander übergehen: Waldgärten, Sonnengärten, Wasser- und Terrassengärten. Eine besondere Attraktion ist die australische Wollemie (Wollemia nobilis), ein immergrüner Urzeitenbaum, der wie ein Juwel mit einem Stahlkäfig geschützt wird.

Die Gärten von Schloss Trauttmansdorff wurden als „Schönster Garten Italiens 2005“ ausgezeichnet.